i\'m just killing lately
Deine Hand liegt an meiner Hüfte. Ich halte den Kopf gesenkt. Wir vermeiden es, uns in die Augen zu schauen. Unsere Körper bewegen sich im Takt der Musik. Mein Bein streift über deins und ich bin dir so nah, dass ich deinen Duft riechen kann. Es lässt mich kurz den Ort vergessen, an dem ich bin. Du siehst gut aus, wie immer. Du bist in einer festen Beziehung, wie immer. Wir kennen uns schon lange und doch nicht wirklich. Wir reden nicht viel. Nur wenn wir zusammen tanzen, sprechen wir eine Sprache. Wir sind vorsichtig. Wir sind nicht allein. Wir tanzen eng und halten dann Abstand. Wieder liegt deine Hand ganz leicht auf meiner Seite und du hälst mich. Ganz leicht berühren sich unsere Beine und Oberkörper, während die Musik langsamer wird. Wir drehen uns. Kurz die Augen geschlossen. Taktwechsel wieder schneller. Ich muss mich an dir festhalten, um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Ich mag dich. Das ist alles. Auch nicht weniger. Das, was wir haben, hält nur diesen Moment. Diese Nacht. Es ist nichts. Wir gehen auseinander und können guten Gewissens sagen: "Es ist nichts." Und wir haben recht. Du hast mir einen Moment der Ruhe geschenkt, auf einer Tanzfläche voll von Menschen. Ich schaue kurz nach oben. Ich lächele und deine Mund verzieht sich ganz leicht. Drei Sekunden später lässt du mich los und jemand neben mir drückt mir ein Bier in die Hand. Innerlich bin kurz zusammengezuckt. Doch das Lächeln bleibt, während ich mich umdrehe. Da sind sie alle wieder. Gruppendynamik. Wir fügen uns. Nur der Duft bleibt. Zum Glück. Und ich atme den Moment des Vergessens.
13.2.11 15:26
 


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