i\'m just killing lately
Er lacht leise. Es kommt wie ein kleines Blubbern aus seinem Mund. Sie glaubt nicht, dass es wirklich witzig war, was sie sagte. Ihre Gedanken sind schon längst nicht mehr in diesem Raum. Sie ist schon wieder auf Wanderschaft durch ihren Kopf. Sie zieht an ihrer Zigarette, während sie oberflächlich dem Gespräch folgt und an den richtigen Stellen lacht. Er sagt immer: "Es ist alles ok, Kleines." Genauso. Und dann schaut sie ihn an und versucht zu ergründen, ob er das wirklich so meint. Sie glaubt ihm nicht. In ihrem Kopf ist gar nichts ok. Die Zigarette ist aufgeraucht. Sie greift sich Tabak, Filter, Blättchen. Dreht. Klick. Feuer. Ein tiefer Zug. Nebel. Er verschwimmt in ihrem Blickfeld und sie fragt sich, an welchem Punkt sie eigentlich angefangen hat, die Wahrheit zu sagen. Ungefähr nach dem zweiten Wodka und dem dritten Bier. Sicher ist sie sich aber nicht. Und es spielt auch gar keine Rolle, denn er hört sie nicht. Die Wahrheit. Er nimmt ihre Hand und das Gefühl der Verbundenheit kommt doch noch einmal zurück. Sie wird wohl wieder mitgehen.
3.1.11 03:36


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Dieses "Fickt euch" war tief in ihre Augen geschrieben. Die Abwehr sprach aus jeder ihrer Bewegungen. Ihr Lächeln frass alle, die sich ihr näherten. Zwischendurch hob sie die Flasche an ihre Lippen und trank mit einem langen Zug. Wer hätte schon sagen können, was sie gerade dachte. Ab und zu neigte sie den Kopf um der Musik zu lauschen. Doch nichts half diesen schrecklichen Ausdruck aus ihrem Gesicht zu vertreiben. Verzerrte Gesichter trieben an ihr vorbei und alles, was sie sah, war der leere Tresen vor ihr und der Spiegel gegenüber. Manchmal hob sie langsam die Hand und schob ihre Haare aus der Stirn. Sie fielen sofort wieder zurück. Und der verstohlene Blick in seine Richtung ging unter. Er blieb versteckt im Gewühl der Hände und Körper. Alles wurde zur Kulisse für den Tanz, den sie hier aufführten. Unter ihren Füßen zerplatzten die rohen Eier, auf denen sie sich bewegten. Und während sie wieder festen Boden unter den Füßen erreichte, sammlte sich dieser bekannte Schmerz in ihrem Bauch. Und sie senkte den Kopf, damit niemand dieses Gefühl in ihrem Blick aufblitzen sah. Sonst hätte sich der Raum für kurze Zeit in dunkles Licht getaucht. Ein Lachen drang an ihr Ohr und aus den Augenwinkeln sah sie ihm zu, wie er sein Glas hob. Und da war er vorbei. Der Moment.
3.1.11 00:53


nicht dass es von bedeutung wäre, aber manchmal hat die dunkelheit wirklich eine seltsame wirkung auf menschen. es ist eine weile her, dass ich über dich geschrieben habe. und deswegen suche ich die reste jetzt in meinem gehirn zusammen. wir haben gesessen und geredet. geraucht und gelacht. wir haben uns geschichten erzählt. ausgetauscht über wahrheit und fiktion. und wir hatten diesen graben zwischen uns. er macht mir nichts mehr aus. nur manchmal zeigt er sein gesicht in einer berührung oder einer geste und dann zucken wir zurück. ich schaue dir nicht mehr wirklich in die augen. und weißt du was? dann berührt es mich auch nicht so sehr. ich kann es wegwischen, wenn ich gehe. und dann denke ich, das ist unfair von mir. ich bin wirklich nicht fair. und ich möchte es ändern. deswegen treffe ich dich immer wieder, um dich mit demselben gefühl wieder zu verlassen. und dann immer das reden über veränderung. du hast dich verändert. ich hab mich verändert. wir sind erwachsen geworden und was wir nicht alles gemacht haben. aber in mir schreit etwas, dass es nicht stimmt. ich bin noch so. nur ich habe gelernt damit umzugehen. das ist kein positiver fortschritt. und du, du müsstest es wissen. wir sind die besten schauspieler, wenn wir uns treffen. ehrliche schauspieler. wir haben zusammen gelernt. voneinander. und nun sind wir steine auf einem spielbrett, die noch ein wenig weiter auseinander gerückt wurden.
7.12.10 00:51


Ich kann keine Entscheidung treffen. Ich hab mich entschieden es zu tun und tu es nicht. Weil es immer wie Watte in meinem Kopf ist und weil ich gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich sagen soll. Wer bist du? Vielleicht. Und hey spinnst du, oder was? Naja... würd ich nicht sagen. Aber vielleicht irgendwas anderes. Ich will gar keine Erklärung. Nur so ein beschissenes "Ich-hab-gewonnen". Das war es doch. Ein Kampf um uns. Um Menschen und verletzte Gefühle. Ich hab keine Lust darauf. Ich spiel nicht mehr mit, sag ich. Und dann bist du wieder da und ich krieg keinen Satz über meine Lippen. Ich sag nicht: "Hör auf damit." Ich finds zwar scheiße, aber ich geb klein bei. Dämliche Schwäche. Alles nur weil du nicht aus meinem Kopf verschwindest. Alles nur weil... tja... weil alles nur.

 

http://www.youtube.com/watch?v=HjT0siYWhik

15.8.10 18:23


Ich flüchte, flüchte. Ich laufe und laufe. Ich kämpfe gegen dich in mir. Du hälst mich fest in mir. Ich muss mich befreien und schreien, bis meine Lunge platzt. Ich renne gegen Wellen und auf Sand. Ich renne gegen Felsen. Aber ich spüre den Schmerz nicht. Ich stoße mich an allen Ecken und Kanten. Ich will dich zwingen mein Schweigen zu brechen und verschließe meinen Mund mit der Bitternis deiner Worte. Ich habe sie tief in mein Herz gefressen und wie kleine Splitter ritzen sie darin rum. Das macht nichts. Es tut nicht weh. Ich habe furchtbare Angst davor, was es bedeutet. Ich bin hier. Ich bin bei mir. Sorgenfrei tanze ich durch den Tag in meinen Wunschträumen, aber du, du hängst an meinen Füßen. Nein. Tust du nicht. Alles weg. Alles oben unten durcheinander. Beschütz mich. Geh weg. Hab ich doch gesagt. Du hast es ja nicht geglaubt. Das Ende ist falsch. Ich sollte das Ende gegen die Wand werfen. Deine Worte schwarz auf weiß. Alle falsch. Alle richtig. Am ersten großen Hindernis gnadenlos untergegangen. Und jemand nannte ihn: "Pirat."
25.5.10 00:19


 Eine neue alte Erinnerung. Heute ist so ein Tag...

Ich wippe mit ungeduldig dem Fuss. Wo bleibst du denn bloß? Wenn es noch später wird, haben wir nicht mal mehr eine halbe Stunde. Du musst doch die letzte U-Bahn nehmen. Ich bin hier unten im Keller. Hier hat man nicht mal Empfang und alle sind nur hier, weils hier einen Kickertisch gibt. Die Frauen kommen nur, weil die Jungs hier sind. Und die Jungs wollen, dass die Hübschesten von ihnen mitspielen. H. ist da und geht mir heute auf die Nerven. Ich will nicht spielen. Nein. Ich will mich nicht integrieren. Ich will nicht smalltalken. Ich warte. Es ist schwierig geworden. Nicht außenrum, sondern zwischen uns. Du hast dich unmerklich zurückgezogen und ich hab es nicht gemerkt. Ich bin viel zu sehr damit beschäftigt, irgendwas aufrechtzuerhalten. Eigentlich müsste es uns besser gehen. Wir haben Räume, in denen wir uns frei bewegen und unsere Gefühle zeigen können. Und trotzdem wird es immer schlimmer. Da klopft es an der Scheibe. Die Tür geht auf und du kommst doch noch. Ich atme durch. Ich würde dir gern um den Hals fallen. Ich tu es nicht wirklich. Natürlich ist unsere Begrüßung ein wenig übertrieben. Wir lieben es Aufmerksamkeit zu erregen. Ich fühl mich ein bisschen leichter. Ich würde dich gern mitnehmen. Irgendwohin. Weg von diesen Menschen. Einige Mädels graben dich an. Ein Neuzugang wird immer seeeeeeeehr freundlich empfangen, zumindest was die weibliche Hälfte der Anwesenden betrifft. Die Jungs betrachten dich skeptisch. Du unterhälst dich ein bisschen. Ich mich auch. Wir beobachten uns aus den Augenwinkeln. Du forderst mich zum spielen auf. Ich wehre mich. Ich kann doch nicht spielen, sag ich. Wir verlieren. Ich bin ein Koorodinationsmonster. Aber eigentlich bin ich froh, von meinen Gedanken eine Weile erlöst zu sein. Wir scherzen darüber, dass das Klo ziemlich groß ist und dass es der perfekte Ort wär, um Sex zu haben. Und da es quasi das einzige Klo ist, würde es alle ärgern. Wir lachen über die Vorstellung. Wir sagen, es wär doch lustig, es jetzt sofort zu machen. Aber eigentlich haben wir lange lange nicht mehr miteinander geschlafen. Und wir würden es nie tun. Wir wissen es beide und außerdem musst du los, um deine U-Bahn zu kriegen. Wir gehen zusammen raus auf die Strasse. Wir küssen uns und ich will nicht, dass du gehst. Ich kann dich eine Weile aufhalten, aber nicht lange. Nicht lang genug. Gab es nicht viel mehr zu sagen? Du redest nicht mehr viel über dich. Und ich nicht über mich. Ich schaue dir hinterher und hätte dich gern aufgehalten. Stattdessen drehe ich mich und kehre zum Rest zurück. Bestelle mir noch ein Bier. Und verstecke meine Traurigkeit hinter Coolness. Mache Quatsch mit den Jungs. Aber eigentlich habe ich furchtbar abgenommen. Doch das ist heute egal. Auch egal, wann wir uns wiedersehen. Bis zum nächsten Tag.

9.3.10 17:07


 

 

Du. Ich habe meine eigene Liste an Musik, die mich mit dir verbindet. Es gibt aus jeder Zeit mindestens einen Song. Wir haben uns immer auf unterschiedlichen Wegen unterhalten. Heute ist es meist durch die Musik. Wenn wir uns tatsächlich mal sehen, bleibt vieles unter Verschluss. Und jetzt schau nicht so vorwurfsvoll. Auch bei dir. Es ist schwer Dinge, die dir nah gehen tatsächlich zu erfahren. Du weißt es. Ich weiß es. Manchmal fehlen mir die guten Zeiten.  Die Tage, die so waren, wie wir sie wollten. Manchmal ärgert mich meine Erinnerung. Wir haben lange nicht mehr über Vertrauen gesprochen. Es war gut zu hören, dass es noch da ist. Alle sagen immer, wenn sich ein Schatten über ein Leben legt, ist das etwas Schlimmes. Aber du bist dieser Schatten. Nicht da. Nicht sichtbar, wenn man nicht genau hinschaut. Aber nicht böse. Ein stiller Begleiter. Ein stiller Schutz. Um den ich immer weiß, auch wenn er nicht da ist.

Ja. Ich vertraue dir.

8.3.10 16:38


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