|
Ich lese mich durch andere Welten und habe meine eigene verloren. Die Kerze brennt nur, damit ich weiß, dass es Licht gibt. Ich wandere durch meine Gedanken, während die Waschmaschine viel zu laut rumpelt. Pssst... ich brauch Ruhe. "Aber wozu eigentlich?" flüstert die Stimme in meinem Kopf.
Du bist zu nah.
Und du bist zu weit weg. Mein Seelenverwandter hat einmal die Welt umflogen und ich sitze hier und starre und starre auf das Flackern. Ich brauche dringend einen Kaffee, eine Zigarette und Gesellschaft. Ich brauche Alien Ant Farm und einen Rat. Weil damit alles begonnen hat.
Du hast mich zurückgelassen und die Gespenster kommen näher und niemand, der sie aufhalten geht.
Nein, ich kann dir nicht schreiben. Jetzt noch nicht.
"I want you to be free. Don't worry about me. And just like the movies. We play out our last scene."
|
||
|
|
Wenn sie rückwärts gehen könnte, würde sie doch nie am Anfang ankommen. Der Sand zwischen den Fingern zerrinnt zu schnell. Es gibt kein Halten.
|
||
|
|
Es ist ihre Lieblingszeit im Jahr. Das würde sie so natürlich niemals zugeben. Aber es stimmt. Es ist die Zeit, in der Sonnenstrahlen und Kerzenlicht direkt ineinander fließen.
Seine Hand schließt sich um ihr Gesicht. Und sie atmet, bis sich Ruhe ausbreitet. Tief in ihr drin. Das Gefühl kommt zu den vielen Wärmepolstern, die sie sich geschaffen hat. Denn es ist auch die Zeit der Kälte und der Einsamkeit. Glücklich sein ist nicht mehr so einfach, wie noch vor ein paar Monaten. Es ist das Suchen und Finden in den kleinen Dingen. Es ist Bier und Twix White. Aber auch Sekt und Kartoffeln. Es ist morgens eine gelbrote Farbexplosion vor dem Fenster. Und abends ein Flackern auf dem Gesicht. Manchmal ist es auch nur da sein und leben. Ein Glucksen im Bauch und Schlamm an den Füßen.
Wenn man auf einer Treppe sitzt und sich gegenseitig haut, weil man es nicht fassen kann, dass man bis hierhin gekommen ist. Ein Lachen hallt durch die fast menschenleere Strasse, während gegenüber die Stühle hochgestellt werden.
Es ist ein Tanzen-damit-mir-warm-wird. Und wer hat meinen Kuschelpulli versteckt? Es ist traurige Musik hören, während sich die Dunkelheit sich über die Stadt senkt.
Und manchmal manchmal ist es den Kopf in seinen Arm legen und auf den nächsten Tag warten.
|
||
|
|
Ich lebe allein Meine Fragen Der Himmel antwortet Ich weiß nicht |
||
|
|
Eigenartig. Du siehst das Grau in Grau da draußen nur durch den schmalen Spalt deiner Gardinen. Sie versuchen dich zu schützen. Vor dem Tag und vor dir. "Hey, es is alles ok."" singt der Herr von und zu und irgendwie stimmt das ja auch. Außer dass du heute noch nicht einmal die Wohnung verlassen hast und dich im Bett versteckst. Die Gespenster kommen trotzdem. Sie grinsen so fies, weil sie genau wissen, dass du nicht immer ausweichen kannst. Aber heute schon. Heute steckst du den Kopf in den Sand. Nur bis morgen. Versprochen.
|
||
|
|
Bruchstück. Sie blickt über den Tisch. Ihre müden Augen mustern sein Profil. Sie findet ihn schön. Seine dunklen Augen sind unergründlich. Seine Haare sind wie die Nacht. Sie hat immer den Reflex hineinzugreifen. Er tippt etwas in sein Handy. Das sind die seltene Momente, in denen sie ihn in Ruhe betrachten kann, ohne dass er den Kopf senkt oder wegschaut. Er hat etwas an sich, das manche Menschen zweimal hinschauen lässt. Vielleicht ist "schön" das falsche Wort. Interessant. Das würde sie sagen. Faszinierend ist es für sie immer wieder, dass es Männer und Frauen gleichermaßen anzieht oder abstößt. Er entschuldigt sich viel zu oft bei ihr, obwohl er nur eine Sms schreibt. Sie lächelt. Würde er ihre Gedanken lesen können, hätte er keinen Grund mehr sich zu entschuldigen. Sie hatten mal eine gemeinsame Geschichte, doch diese ist verflogen. Wie so vieles in ihrem Leben. Aber sie ist es wert, erzählt zu werden. Nicht in diesem Teil und nicht am Anfang. Alles bei ihnen ist außerhalb des Plans, also warum nicht auch ihre Geschichte? Sie ist gerade einem Typen in eine andere Stadt nachgefahren und die Verwirrung über diesen Kurztrip steht ihr immer noch ins Gesicht geschrieben und ist mit jeder ihrer Handlungen greifbar. Er weiß, dass dieser Zustand geistiger Umnachtung nur eintritt, wenn es gut war und sie bewegt hat. Sie lernt einfach nicht, ihre Gefühle zu kontrollieren. Davon könnte H. wahrscheinlich ein Lied singen, wäre er dabei gewesen. Endlich ist er fertig seinen Text zu tippen und steckt das Handy weg. Zigaretten werden gedreht. Sie sprechen über unterschiedliche Lebenspläne und die Schwierigkeit, sie zusammenzubringen. Seine Freundin hat gerade Plan A verloren und ist bei Plan B. "Das es auch immer gleich Australien sein muss." Sie schüttelt innerlich den Kopf. Ob er mitgeht oder nicht, ist noch nicht entschieden. Aber sein Lebensmittelpunkt ist zurzeit in der großen Stadt, die sich ohne Unterlass um sie dreht. Aber wer weiß schon wielange noch? Sie hätte es nicht sagen können. |
||
|
|
Was ist nur in mich gefahren? Warum hab ich mich darauf eingelassen? Warum bin ich losgegangen und hab in deinen Armen geschlafen? Nur um mich jetzt einsam zu fühlen. Nur um im Nachhinein von Zweifeln aufgefressen zu werden. Da singt einer: "Ich mache meinen Frieden." und ich fühle mich wie vor den Kopf gestossen. Amigo, amigo ich hab es ihm nicht erzählt. Und nun? Ich liege hier und mein Kopf dreht sich. Gentleman hilf. So nah und so fern. Was soll ich nur tun? Ich habs ihm doch nicht erzählt. Weil es ein Fehler wär. Weil alles immer daran zerbrochen ist. Weil es ja auch gar nicht gut wär, sagt mein Kopf. WEIL es ihn überfordert. Und weil... doesn't matter. Ich hab alles falsch gemacht. Hab ich nicht? Oje. Deine Arme. Deine Hände. Dene Arme. Oje. Mein Bauch ist so verwirrt, dass mein Kopf durchdreht. |
||
|
[eine Seite weiter]